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In einem weiteren Sinne stellt die als "Marginimea Sibiului" bezeichnete Umgebung Hermannstadts eine geographische, geschichtliche und ethnographische Einheit dar. Sie besteht aus einer Reihe von rumänischen Dörfern am Fuße der Hermannstädter Berge. An der Grenze nach Osten befindet sich das Dorf Boita, das am rechten Ufer des Alt am Eingang zum Pass mit demselben Namen liegt. An der westlichen Grenze liegt die Gemeinde Jina, die vom Fluss Mühlbach (Sebes) begrenzt wird. Zur 'Marginimea Sibiului" gehören die Ortschaften Boita, Sadu, Râu Sadului, Talmaciu, Talmacel, Rasinari, Poplaca, Gura Râului, Orlat, Fântânele, Sibiel, Vale, Saliste, Gales, Tilisca, Rod, Poiana Sibiului und Jina.
In einem engeren Sinne ist die 'Marginimea Sibiului" das Gebiet des gewesenen Herzogtums Amlas, das im Kern aus den Dörfern um die Festung Salgo bestand, von denen Saliste (Magna Villa Valachicalis) das schönste war, der Sitz des gewesenen Stuhls gleichen Namens.
Die geopolitische Lage des Gebietes an der südlichen Grenze Siebenbürgens mit dem Altreich (Tara Româneasca) und die Nähe zu Hermannstadt, dem mächtigen Handwerks- und Handelszentrum, hat der 'Marginimea Sibiului" einige entscheidende Charakterzüge verliehen. So haben die Gemeinden eine gemischte Wirtschaft entwickelt, begründet auf Landwirtschaft, Tierzucht und traditionellem Handwerk, mit besonderem Gewicht auf Schafzucht. Einige von ihnen (Saliste, Rasinari, Vale, Poiana Sibiului) haben auch die Transhumanze praktiziert, wobei die Schäfer Schafherden bis zur Donau, in die Dobrudscha und bis zum Kaukasus und der Balkan-Halbinsel trieben.
Eine andere Charakteristik sieht die engen Beziehungen zwischen den Bewohnern der Marginimea und dem Altreich sowie der Moldau. Denn vor langer Zeit war das Gebiet Teil des Fogarascher Landes, links vom Alt gelegen, und war im Besitz der Herren der rumänischen Länder von Vlaicu Voda bis zu Vlad Tepes. Von hier leitet sich das Bewusstsein der Rechte der Alten ab, auf Grundlage des Jus Valahicus, das in vorstaatlicher Zeit gültig war und bis in die heutige Zeit bekannt ist.
Die Bewohner der Marginimea haben beigetragen bei der Entwicklung eines Bewusstseins für das Volk und die Sprache der Rumänen auf beiden Seiten der Karpaten. Sie zeichnen sich durch ungewohnte Dynamik aus, sind Geschäftsleute, Kämpfer, Menschen mit praktischem Sinn, gute Haushälter, einfach und zuverlässig. Sie haben die militärischen Gepflogenheiten aus der Zeit geerbt, als die Bewohner dieser Dörfer die Aufgabe als Grenzwächter verinnerlicht hatten, was sich im 18. Jahrhundert durch die Gründung des ersten rumänischen Grenzregiments durch Maria Teresa mit Sitz in Orlat herauskristallisierte.
Der größte Teil der Dörfer dieses Gebietes hat seine starken spirituellen und ethno-folkloristischen Traditionen bewahrt, welche diesen Gemeinden ein interessantes Aussehen gibt. Die bewundernswürdige Landschaft, die Reinheit der Natur und der Menschen, die Zugänglichkeit der Bewohner, der Reichtum und die Vielfalt des kulturellen Erbes machen die Marginimea Sibiului zu einem Gebiet mit großem touristischen Potenzial.

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